Erfahrungsbericht Wasser-Enthärtung

Der Sanitärbetrieb von EBK hatte uns eine BWT Weichwasseranlage AQA life S (Zwei-Säulen-Anlage) angeboten, die sicher nicht schlecht ist, die es aber aus verschiedenen Gründen nicht geworden ist. Ich hatte mir wegen der angebotenen Summe die Zeit genommen, mich in die Materie einzulesen. Es gibt etliche Seiten im Netz, die sich mit dem Thema ausführlich beschäftigen, es muss hier nicht noch einmal alles ausführlich wiederholt werden. Für den einen oder anderen kleinen Haushalt könnten meine Erfahrungen aber vielleicht hilfreich sein.

Kein Kalk im Wasser bedeutet leider nicht, dass es keine Wasserflecken mehr gibt. Die Kalk-Wasserflecken verschwinden zwar, es gibt aber trotzdem noch Wasserflecken mit anderen Mineralienablagerungen, die ebenfalls entfernt werden müssen. Das geht aber deutlich einfacherer durch ganz normales putzen.

Hartes Wasser ist unangenehm auf der Haut, mit weichem Wasser wurde unsere Haut deutlich besser, auch die Wäsche braucht deutlich weniger Waschmittel (siehe Dosieranleitung auf der Waschmittelpackung). Ein ganz klein wenig Kalk im Wasser ist allerdings notwendig , ohne Kalk bekommt man nämlich die Seife „nicht“ mehr von der Haut. Das Entkalken von z.B. Kaffemaschine oder Duschköpfen entfällt daher nicht gänzlich, allerdings hätten wir in den vergangen 10 Monaten ohne Anlage schon 1-2x entkalken müssen, bisher war bei 3,5° dH noch keine Entkalkung notwendig (Update: auch nach 12 Monaten musste noch nichts entkalkt werden und es sieht auch überhaupt nicht danach aus, als ob sich irgendwo Kalk abgelagert hat > Super!).

 

Bei der Auswahl einer Ionenaustausch-Wasserenthärtungsanlage gibt es zunächst zwei Grundsatzentscheidungen:

Ein- oder Zweisäulenanlagen sowie zertifizierte oder unzertifizierte Anlagen.

Eine Zwei-Säulen-Anlage (auch Pendelanlage genannt) hat zwei (kleinere) Kartuschen, die im Wechsel genutzt werden. Während eine Säule/Kartusche entkalkt, kann die andere (mit Salz) regeneriert werden. Es steht also jederzeit entkalktes Wasser zur Verfügung und somit ist die 2-Säulen-Anlage eigentlich die bessere Anlage.

Dennoch haben wir uns bewusst für eine Ein-Säulen-Anlage entschieden. Nicht wegen des deutlich günstigeren Anschaffungspreises, sondern weil eine Einsäulenanlage keine Umschaltung benötigt und so weniger Mechanik notwendig ist, die gewartet werden will und die kaputt gehen kann.

Die Regeneration dauert bei unserer Ein-Säulen-Anlage und unserem Verbrauch keine 30 Minuten und sie lässt sich auf eine feste Uhrzeit legen, zu der man kein Wasser benötigt. Wir haben dazu 04:00 Uhr in der Nacht gewählt, da wir dort nie Wasser benötigen. Falls wider Erwarten doch mal das Klo zu der Uhrzeit benutzt werden muss, fließt halt mal kalkhaltiges Wasser in der Leitung zum Wasserkasten, das während der Regeneration bei unserer Anlage zur Verfügung steht. Eine Zwei-Säulen-Anlage war daher für uns nicht notwendig.

Zu den bekannteren Marken in Deutschland gehören vor allem BWT, Grünbeck und Judo, sie alle bieten DVGW zertifizierte Wasserenthärtungsanlagen. Anbieter von Anlagen ohne dieses Zertifikat sind bis zu 40% preiswerter, Fachfirmen für Wartung sind aber auch schwerer zu finden, sofern man sich das nicht selbst aneignen möchte/muss. In den Fachforen werden die Vor- und Nachteile einer Zertifizierung meiner Meinung nach häufig extrem übertrieben dargestellt. Aus meiner Branche weiß ich, das Prüfungen und Zertifikate durchaus sinnvoll sein können, weil es auch viel Schrott auf dem Weltmartkt gibt. Es geht bei Zertifikaten aber immer auch um Geld und so manch eine Prüfung ist preislich total überzogen. Nur weil eine Anlage kein Zertifikat des DVGW hat, bedeutet dies nicht, dass die Anlage kein Zertifikat bekommen könnte oder schlecht ist. Wenn der Hersteller der Anlage kein Mitglied des DVGW ist (siehe Mitgliederliste auf deren Seite), ist es sehr wahrscheinlich, dass der Hersteller auch gar nicht erst versucht hat, ein Zertifikat zu erhalten. Es gibt durchaus weltweit tätige Hersteller qualitativ hochwertiger und sicherer Weichwasseranlagen, letztendlich muss jeder für sich entscheiden, ob ihm der Mehrpreis der Anlage für eine Zertifizierung wert ist. Wer Geld sparen will oder muss, wird mit einer Anlage ohne Zertifikat eines ordentlichen Anbieters sicher auch gut fahren.

Ganz so konsequent bezüglich der Reparaturanfälligkeit war ich bei der Kaufentscheidung dann allerdings doch nicht. Die WLAN/App-Features sowie das Versprechen, besonders sparsam zu sein, haben uns zu der Grünbeck softliQ:SC18 geführt. Die Judo Anlage fiel wegen des zweiteilgen Aufbaus raus (ich wollte nichts an die Aussenwand hängen), die BWT war preislich nicht attraktiver und ein Wartungs-Unternehmen zu finden, welches Vor-Ort unsere Heizung und die Enthärtungsanlage übernimmt, war bei beiden Anbietern gleich schwer. „NoName“-Anlagen ohne Zertifikat hätte mir der Sanitärbetrieb nicht eingebaut und mir auch keine entsprechenenden Anschlüsse gesetzt. Die waren also gleich raus und ich musste da dann auch keine Entscheidung treffen.

Wozu braucht man eine App für eine Entkalkungsanlage? Eigentlich gar nicht, die Grünbeck SC18 hat ein großes Display, auf dem man die (Wasser-)Verbrauchswerte und die Restkapazität auch gut ablesen kann. Bei uns steht die Anlage sogar noch direkt neben der Küche und nicht in einem Kellerraum mit schlechterer Erreichbarkeit. Stünde sie in einem Keller, wäre die Verbindung vielleicht auch gar nicht ohne weiteres möglich. Das WLAN-Modul hat eine sehr eingeschränkte Reichweite und wenn der WLAN-Router (oder Access-Point) etwas weiter weg ist, könnte es schwierig werden, die softliQ:SC18 / SC23 ins lokale Netzwerk bekommen, um mit der App vom Sofa aus auf die Anlage zuzugreifen. Es bleibt dann die Aufrüstung des eigenen WLAN mit Range Extender bzw.  Access Point (ab ca. 30,- Euro) oder der Gang zum Gerät bzw. in die Nähe des Gerätes. Denn neben der Verbindung ins lokale Netz stellt die softliQ auch noch einen eigenen Access Point zur Verfügung und kann so eine direkte Verbindung zwischen Smartphone/Tablet und softliQ aufbauen, um z.B. Passwörter über die Tastatur eingeben zu können (die AccessPoint-Funktionalität hat Grünbeck leider nicht abschaltbar gemacht, bei enger Besiedelung vielleicht nicht so praktisch, wenn ein weiterer WLAN Kanal in Nutzung ist). Ein Anschluss über Netzwerkkabel ist übrigens gar nicht möglich, es gibt keine Buchse dafür.

In der Praxis ist die App eine sehr nette Spielerei, die man nicht wirklich braucht. Ganz besonders, weil sie nicht so eingebunden werden könnte, als dass es eine Push Nachricht gäbe wenn zu wenig (entkalktes) Wasser zur Verfügung steht. Es gibt aber die Möglichkeit, einen Mailserver zu hinterlegen, um sich (oder ggf. eine Wartungsfirma) per Mail informieren zu lassen, wenn ein Problem auftritt (nicht wenn weiches Wasser knapp wird). Auf der anderen Seite ist die App-Funktionalität ein schickes „nice to have feature“ und man kann sich z.B. den aktuellen Status, den täglichen Wasserverbrauch der letzten 14 Tage sowie ein paar weitere Daten auf dem Smartphone oder Tablet vom Sofa aus anschauen. All diese Infos bekommt man aber auch dem Bildschirm des Gerätes angezeigt 😉

 

Sehr wichtig: Kapazitätsberechnung!

Wer sich für eine Ein-Säulen-Enthärtungsanlage entscheidet, sollte unbedingt darauf achten, dass sie eine ausreichende Kapazität bietet, um über den Tag zu kommen. Die SC18 hat eine Nennkapazität von 6-14 m³ x °dH.
In einfacher Ausdruckweise bedeutet dies: 6.000 bis 14.000 Liter bei 1° dH Enthärtung (1m³ = 1.000l). Für 1° dH Enthärtung kauft man sich natürlich keine Wasserenthärtungsanlage und 6.000l braucht auch kein Privathaushalt. Es muss also zuvor ermittelt werden, um wieviel °dH das Wasser enthärtet werden soll, um die benötigte Kapazität zu ermitteln.

Beispiel:
Wir enthärten von 24°dH auf 3° dH, also um 21° dH. Die Maximalkapazität der SC18 beträgt 14m³, Daraus ergibt sich:

14m³ (14.000l) / 21°dH = 0,6666m³ (666,6l)

Die Angabe des Herstellers „14m³ x °dH“ entspricht also einer maximalen Anlagenkapazität von 666,6 Liter (bei 21° dH Enthärtung).

Pro Person rechnet man im Schnitt mit ca. 150-200l Wasserverbrauch, da braucht man (eigentlich) keine Zwei-Säulen-Anlage für 2-4 Personen, wenn täglich regeneriert wird und eine mögliche Bewässerung des Gartens über hartes Wasser erfolgt, das nicht von der Anlage kommt.
Verwirrend war für mich die angegebene Nennkapaziät von 6 bis 14 m³. Warum von bis, kann Grünbeck das nicht genauer festlegen? Des Rätels Lösung: Unter 14 m³ werden es, wenn der Bedarf für so wenig weiches Wasser gar nicht vorhanden ist. Die Grünbeck softliQ:SC-Anlagen berechnen den Bedarf und reduzieren somit den Verbrauch für die Regeneration. Grundsätzlich eine sehr gute Idee und ein toller Ansatz, nur leider kann das in der Praxis zu Problemen führen, wenn der Wasserverbrauch stark schwankend ist und Grünbeck die Konfigurationsmöglichkeit zukünftig nicht erweitert (seit fast einem Jahr ist das bekannt).

 

Die Probleme mit der Grünbeck softliQ:SC18 und softliQ:SC23

Die SC18 und SC23 sind so modern, dass sie den Wasserbedarf automatisch ermitteln und so der Salz- bzw. Wasserverbrauch für die Regenerierung möglichst gering gehalten wird, was auch gut funktioniert. Pro Regeneration hatten wir immer ca. 18l, was dem minimal entspricht, den Grünbeck angibt*.

Über die Modi Eco- bzw. Power werden Wasserverbrauchsschwankungen etwas berücksichtigt.
Soviel zur Theorie, in der Praxis kann das dann leider zu Wasserknappheit (weichen Wassers) führen, da sich in den Anlagen nicht einstellen lässt, wieviel Wasser mindestens zur Verfügung stehen muss.

Besonders in 1-2 Personen Haushalten kann diese Automatik dann zu Engpässen führen, wenn z.B. in der Woche sehr wenig Wasser benötigt wird und am Wochenende sehr viel. Wenn ein Partner in der Woche vielleicht unterwegs ist und am Wochenende viel Wäsche gewaschen wird, da kommt die Software (Einstellungsmöglichkeiten) der softliQ:SC dann schon nicht mehr mit. Bei der SC18 verschärft sich die Situation weil sie eine Nennkapazität von 6 bis 14 m³ x °dH hat. Bei geringem Wasserverbrauch schaltet sie auf 6 m³ x °dH, bei 20°dH Enthärtung verbleiben dann nur noch 0,3m³ bzw. 300l Wasser. Bei 2 Personen mit Wäsche waschen und ggf. Geschirrspüler etc. sind 300 l schnell zu wenig. Das Ärgerliche: Die SC18 könnte eigentlich ja viel mehr, es fehlt nur ein Parameter zum Festlegen, wieviel weiches Wasser mindestens vorgehalten werden kann.

Der Service von Grünbeck ist wirklich spitze. Wir sind auf das Problem gestoßen und haben eine gute Lösung zum Tausch gegen eine SC23 gefunden. Da die SC23 eine Kapazität von 11 bis 23m³ x °dH hat, kann sie maximal auf 11m³ x °dH runterregeln und es steht somit immer genügend Wasser zur Verfügung. So die Idee…
In der Praxis liegt unser Verbrauch aber so ungünstig, dass es vorkommen kann, dass die 11m³ x °dH ggf. für zwei Tage ausreichen. Und da kommt wieder eine eingeschränkte Einstellmöglichkeit zum Tragen: Aus irgendwelchen Zertifikatsgründen soll sich nicht festlegen lassen, dass nach 35-39% Wasserbrauch neu regeneriert wird. Der einstellbare Mindestverbrauch ist 40% oder größer. Verbrauchen wir am ersten Tag 39% des verfügbaren weichen Wassers, stehen am nächsten Tag noch 61% zur Verfügung. Dies ist dann aber bei uns (selten) so knapp, dass es nicht ausreicht. Könnte ich es auf 37% einstellen, hätten wir das Problem nicht. Das Problem ist Grünbeck bekannt, es wird aber nicht per Firmwareupdate korrgiert.

Das ist IMHO kein Luxusproblem. Es nervt, ständig nachschauen zu müssen, ob noch genügend Wasser zur Verfügung steht, weil wir nicht möchten, dass hartes Wasser in unsere Leitungen und ganz besonders in den Warmwasserspeicher gelangt. Dafür ist die App dann natürlich klasse 😉 Update 11.2017: Wir haben uns daran gewöhnt und Geschirrspüler- und Waschmaschinenzeiten so gelegt, dass wir keinen Engpass mit der SC23 bekommen. Aber der Verbrauch an Salz (wahrscheinlich auch an Wasser) ist gestiegen. Die Aussage, die SC23 verbraucht nicht mehr weil sie nur noch jeden zweiten Tag regeneriert ist so nicht ganz korrekt.

Wichtig: Es ist kein grundsätzliches Problem der Grünbeck Anlagen. Es tritt nur unter bestimmten Umständen auf. Besonders bei starken Wasserverbrauchsschwankungen wenn an einigen Tagen (nicht an einem) in der Woche zu wenig Wasser verbraucht wird und am Wochenende dann z.B. viel gewaschen ist. Bei 3-4 Personen Haushalten wird das vermutlich gar nicht auftreten, da der gesamte Wasserverbrauch deutlich höher liegt und da die prozentualen Berechnungen der Anlage passen werden. Aber z.B. 20% Reserve von durchschnittlich 150l Verbrauch sind nur 30l, viel zu wenig für eine zweite Person.

 

Wartung & Kundenservice

Bei der Auswahl der richtigen Weichwasseranlage spielen natürlich auch die Folgekosten eine Rolle und der größte Kostenfaktor sind die Wartungskosten ganz besonders die Fahrtkosten, die häufig höher als die tatsächlichen Wartungskosten ausfallen. Ich weiß nicht, ob es ein regionales norddeutsches Phänomen ist oder ob es in ganz Deutschland so ist. Auf jeden Fall scheint es den Sanitärbetrieben richtig gut zu gehen. Ich habe hier Vor-Ort wirklich Schwierigkeiten gehabt, einen Sanitärbetrieb zu finden, der die Wartung übernehmen möchte, idealerweise einen Betrieb, der auch unsere Vaillant Heizung „wartet“ (eine Luft/Wasser-Wärmepumpe ist mehr oder weniger wartungsfrei).

Ich musste mir von einem Unternehmen sogar anhören, dass die nur Weichwasseranlagen warten, die sie selbst verkauft haben. OK, dass die keine Anlagen installieren wollen, die sich ein Kunde irgendwo im Internet gekauft hat verstehe ich ja, auch dass eine einzelne Wartung zu einem bestimmten Zeitpunkt gerade nicht geht, weil das Personal ausgelastet ist. Aber kein Interesse an einer regelmäßigen Wartung bzw. einem Wartungsvertrag mit einem Kunden? Ist ja nicht so, dass auch Häuser mit eingebauten Weichwasseranlagen verkauft werden. Sorry, da soll noch einmal ein Klempner sagen das es nicht phantastisch in der Branche läuft.
Das wahrscheinlich größte Sanitärunternehmen in der Nähe gibt die Wartung für Weichwasseranlagen sogar komplett an die Hersteller ab. Das bedeutet, die verkaufen und montieren und die Wartung soll dann der Hersteller machen. Ich würde verstehen das so etwas in Weichwasserregionen gemacht wird, wo kaum Anlagen verkauft werden. Hier in der Umgebung haben wir aber 22-25° dH und sicher nicht wenige Anlagen in einem riesigen Einzugsgebiet. Mich ärgerte das weil die Hersteller alle über 100,- Euro netto Anfahrtkostenpauschale nehmen, ein Sanitärbetrieb um die Ecke aber maximal 25-30,- Euro, und der kann dann auch noch die Heizung mitmachen. Viele Leute, denen ich von unserer Weichwasseranlage erzählt habe, wussten gar nicht das es so etwas gibt bzw. das es wirklich seriös funktioniert, mit guten Verkäufern kann man bei uns in der Region sicher einiges verkaufen.

Wartungsunterlagen sind schwer bis gar nicht zu bekommen. Selbst machen wird also schwer, wenn man nicht weiß, was da eigentlich im Detail gemacht und gereinigt werden soll. Regelmäßig den Härtegrad zu ermitteln und den Salzbehälter zu reinigen, ist auch für Laien kein Problem. Und in den Foren wird viel darüber gestritten, ob ein Wartungsvertrag notwendig ist oder nicht, wenn selbst kontrolliert und gereinigt wird. Es scheinen wohl viele 1-Säulen-Anlagen überhaupt nicht gepflegt zu werden. Ich möchte das nicht selbst machen, bin aber aus Prinzip nicht bereit, solch hohe Anfahrtskosten der Hersteller zu bezahlen. Da müsste die Anlage nur 5-6 Jahre durchhalten und ich könnte mir eine neue kaufen, da alles schon montiert ist, bräucht selbst ein Laie niemanden, um eine defekte Anlage zu tauschen.

Technische Unterlagen für die Wartung in Eigenregie von Grünbeck bekommt man (natürlich) nicht. Jeder Sanitärbetrieb kann an den Schulungen von Grünbeck teilnehmen und erhält danach die Unterlagen. Die Schulungen bietet Grünbeck übrigens kostenlos an. Für die Unternehmen fallen nur Fahrt- und Übernachtungskosten sowie der Mitarbeiterausfall an. Gerade wegen dieser durchaus offenen Geschäftspolitik von Grünbeck verstehe ich die Sanitärbetriebe hier in der Region überhaupt nicht.

Ich hatte anfangs auch reichlich Bedenken, dass alles Top-Secret ist und dass man keinerlei Hilfestellung von Grünbeck erhält, weil so wenig zur Wartung dokumentiert ist. Grünbeck hat mich aber eines Besseren belehrt. Der Service ist sehr kundenorientiert, und unsere Problematik mit dem zu geringen Wasserverbrauch wurde erstklassig bearbeitet. Es wurden Zugänge zu Parametern offengelegt und detailiert und geduldig beschrieben, was wir ändern können. Wirklich sehr vorbildlich, einzig die fehlenden Parameter wurden bisher nicht nachprogrammiert. Stattdessen haben wir eine Einigung gefunden, die SC18 gegen eine SC23 zu tauschen. Die SC23 hat die Situation deutlich entschärft, allerdings immer noch nicht endgültig gelöst, weil es unter ganz besonders ungünstigen Umständen noch dazu kommen kann, dass die Kapazität an Weichwasser nicht ausreichend ist.

 

Verbrauchswerte und Kosten

* Die Grünbeck SC18 verbrauchte pro Regeneration bei unserem 2-Personen Haushalt ca. 18l Wasser. Eine vergleichbare BWT AQA smart wird mit 27l angegeben, bei 360 Regenerationen pro Jahr ergibt das einen Unterschied von 3.240 Litern (was in etwa einem Wasserverbrauch von einer Person für ca. 3-4 Wochen entspricht).
Der Salzverbrauch ist etwas schwerer zu vergleichen. Ob ein 2-Personen Haushalt nun 2 oder 3 Sack pro Jahr zu 8,- Euro verbraucht, spielt aus Sicht der Kosten sicher keine entscheidende Rolle. Da kommt der Umweltaspekt viel mehr zum Tragen! Salzwasser, welches in die Kanalisation geführt wird, ist vermutlich gar nicht gut für die Kläranlagen, zumindest gab es immer wieder Diskussionen um das Streuen mit Salz im Winter. BWT gibt ca. 0,35-0,5kg Salzverbrauch pro Regeneration an, Grünbeck 0,15 – 0,55kg. Ich weiß nicht, ob es fair ist, wenn wir die Minimalwerte vergleichen, aber 0,2kg Unterschied macht bei 360 Tagen 72kg Salz Mehrverbrauch aus, welches ins Abwasser abgeführt wird. Mir als Laien erscheint das recht viel und ist deutlich mehr, als wir überhaupt verbraucht haben. Ein Sack enthält üblicherweise 25kg, soviel haben wir gerade mal in einem halben Jahr verbraucht. Ein 25kg Sack kostet im August 2017 bei Hornbach 8,- Euro und bei Hagebau und toom zwischen 9 und 10,- Euro (einzeln). Mit der SC18 verbrauchen wir pro Jahr unter 50 kg, mit der SC23 etwas mehr als 50kg.

Die Kosten in Zahlen (Stand 11.2017):
Den Wasserverbrauch der SC23 habe ich nicht ermittelt weil ich keinen Eimer über 20l habe, bei der SC18 waren es tatsächlich die angegebenen 18l. Die spielen bei uns auch keine große Rolle pro 1.000l bezahlen wir 1,69 Euro, Abwasserkosten fallen bei uns wegen der Kläranlage nicht extra an.  Wenn es also teuer werden sollte, sind das bei uns ca. 15,- Euro pro Jahr mit der SC23.
Den Stromverbrauch habe ich auch noch nicht gemessen, er wird mit 12W im Betrieb und 1W im Standby angebenen. Bei 3 Stunden Betrieb und 21 Stunden Standby mit 1W wären das im Jahr ca. 5,60 Euro (bei 0,27 €/kWh).
Die Verbrauchskosten von ca. maximal 35,- Euro im Jahr sind meiner Meinung nach eher zu vernachlässigen bei den immensen Vorteilen.
Ganz anders sieht es mit der Anschaffung einer Entkalkungsanlage und den Wartungskosten aus (sofern man die nicht selbst wartet), besonders die Hersteller schlagen mit immensen Anfahrtkosten zu. So liegen die Wartungskosten direkt beim Hersteller schnell bei 200,- Euro pro Jahr für weniger als eine Stunde Arbeit. Vor Ort einen Fachbetrieb zu finden, ist nicht einfach aber auch nicht unmöglich. Das würde ich auf alle Fälle in die Kaufentscheidung mit einfliessen lassen. Hier besteht ein Einsparpotential von ca. 100,- Euro pro Jahr.

Dieser Beitrag wird noch regelmäßig aktualisiert! Aktueller Stand ist November 2017

 

Grünbeck SC23

Grünbeck softliQ:SC23 mit Anschlußblock

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10 Kommentare zu “Erfahrungsbericht Wasser-Enthärtung
  1. Jaehde sagt:

    Guten Morgen,
    wie sehen die Erfahrungen nun nach ca. 1 Jahr aus?
    Ich überlege selber eine SC23 einbauen zu lassen,
    oder doch lieber BWT?

    Wir sind auch 2 Personen, es ist geplant eine neue
    Wanne (Whirlpool) und eine Rain Dusche. Daher bin ich von der
    SC18 abgerückt.

    Wir haben ca. 16 Grad.
    Über einen Austausch würde ich mich sehr freuen.

    Vielen Dank

    • Andre sagt:

      Hi,
      mit der SC23 passt es bei uns sehr gut, wir lassen aber auch immer sofort regenerieren sofern es die SC23 zulässt (ich hab das gerade nicht im Kopf, es müssten 60% Unterschreitung der Gesamtreserve sein).
      Wichtig: Ich weiss nicht ob Grünbeck das Regenerationsverhalten mittlerweile geändert hat und ob ich mittlerweile auch einstellen kann, dass schon bei 10-20% verbrauchter Kapazität regeneriert wird. Auch weiss ich nicht ob es diese (oder ähnliche) Einschränkung bei BWT gibt. Wenn Du das alles in Erfahrung bringst, poste es hier doch bitte noch einmal. Ich ergänze das dann.

      Bei 16° (also ca. 10-13° Reduzierung) ist die Kapazität der SC 23 ja bei 600l oder gar mehr. Wenn der Whirlpool nicht zu groß ist, sollte das problemlos ausreichen. Ich gebe da nur zu bedenken, dass es vielleicht nicht spontan geht, ja nach Größe der Wanne. Gehen wir mal von 600l aus (bitte selbst nachrechnen): Am Tag nach der Regeneration verbrauchst Du 39% Wasser der Gesamtkapazität. Dann verbleiben 366l Kapazität in der Anlage (und weil nur 39% verbraucht wurden, startet die „intelligente“ Automatik von Grünbeck nicht die Rengeneration. Willst Du nun am darauffolgenden Tag den Whirlpool vollmachen und auch für zwei Leute Wasser verbrauchen, werden die 366l nicht ausreichen, so klein wird der ja nicht sein.
      Du kannst natürlich über die App oder am Gerät nachsehen wieviel Restkapazität vorhanden ist und dann einfach vor dem Einlassen des Wassers die Regerneration laufen lassen (30-45min.) und während der Zeit dann kein Wasser verbrauchen. Wenn Du weisst, dass Du übermorgen in den Whirlpool willst, kannst Du auch einfach etwas länger duschen und dafür sorgen, dass die 39% überschritten werden, in dem Fall regeneriert sie ja. Oder Du nimmst eine Zweisäulen Anlage, die während des Betriebs regeneriert. Aber auch da würde ich mir die technischen Daten genau anschauen und berücksichtigen was Du für eine Wassermenge in den Whirlpool laufen lassen musst. Könnte auch mit einer kleinen Zweisäulen-Anlage eng werden. Vor allem aber haben die Zweisäulen-Anlagen deutlich mehr Mechanik, die verschleisst.

      BWT und Grünbeck bieten beide Ein- und Zweisäulenanlagen an. Wie ich oben ausgeführt hatte, würde ich unbedingt schauen welchen Service es Vor-Ort gibt. Denn die Anfahrtpauschalen sind teilweise extrem hoch für die Servicetechniker von Grünbeck und BWT.

      Gruß
      André

      • Jaehde sagt:

        Morgen,

        also es wird eine SC23 werden. BWT wird es nicht, wobei mir bei der 2Säulen Anlage das Display gefällt. Aber es würde etwas teurer werden. Finde zu BWT keine oder nicht viele Erfahrungsberichte. Von Grünbeck im Haustechnikerforum schon mehr. Daher SC23.

        Ich habe mal gerechnet von 15,3 dH Reduzierung auf 5 wären es 10,3. Die SC23 ist mit 11-23 angegeben, ich rechne also mit 18 m³. 18000 / 10 = 1800 Ltr. Bei einem Verbrauch von ca. 250 Ltr. am Tag, wären dass ca. alle 7 Tage Vollgeneration. Habe ich hier einen Denkfehler?
        Die Anlage würde doch dann ca. alle 4 Tage automatisch in die Vollgener. gehen.

        Die Wanne hat ein Fassungsvermögen von 250-300 Ltr. Unser Wasserspeicher Wärmepumpe fasst 200 Ltr. bei 55 Grad Temp. Ich weiß eben nicht, wenn ich vorher Geschirrspüler laufen lasse , dann WAMA und die Wanne voll laufen lasse, dass dann die Regener. anspringt und der Speicher der WP mit unbehandeltem Wasser vollläuft. Das ist es noch rauszubekommen. Eine zwei Säulen Anlage würde das sicherlich etwas besser managen, aber die Kosten sind demzufolge um 30-40% höher. Auch die Wartung wäre etwas teurer.

        Vor Ort haben wir Installat. die Grünbeck zertifiziert sind.

        Vielen Dank
        Mario

  2. Andre sagt:

    Die BWT Einsäulenanlage soll sich mit einem Parameter täglich regenerieren lassen, das wäre das was ich gerne gehabt hätte and der SC18, die hätte dann dicke ausgereicht für 2 Personen. Bei der Nutzung der Badewanne hätte man aber ggf. aufpassen müssen, das haben wir jetzt aber auch mit der SC21 wenn in der Nacht nicht regneriert wurde, ggf. muss da manuell regeneriert werden > da die Wanne aber nicht oft genutzt wird und der Blick auf die App frühzeitig obligatorisch ist, ist das zu verschmerzen. Auch uns waren die Kosten und vor allem die Folgekosten von einer Zweisäulen-Anlage vom Kosten-/Nutzen-Verhältnis zu hoch, durch die App ist das mit der Restkapazität auch schnell und bequem nachgesehen.

    Ich würde nicht auf 5° gehen, da ist IMHO noch zuviel Kalk drin. Wir sind auf 3°, ich würde höchstens 4° nehmen. Mit 3° bekommt man die Seife noch gut runter, ab 2° ist es definitiv zu weich. Wir haben nicht mit 5° experimentiert weil wir vor unserem Umzug 6-7° hatten und uns das noch viel zu kalkhaltig vorkam.
    Wir haben aber reichlich andere Mineralablagerungen an den Fliesen, die vielleicht bei höherem Kalkgehalt nicht wären. Die lassen sich aber wegputzen. Nur sollte man nicht hoffen, dass es keine Ablagerungen mehr gibt (davon war ich ausgegangen).

    Mit der Angabe m³ x °dH berechnet man die Kapazität wie folgt.
    Den angebenen Wert (bei SC21 wäre das 11-23) durch die Anzahl von °Wasserhärte teilen, um die man reduzieren will.
    In Deinem Fall willst Du um 10° reduzieren. Also 11/10 = 1.1m³ bzw. bis 23/10 = 2.3m³
    1m³ Wasser entspricht 1.000 Liter Wasser. In Deinem Falle stünden dann theoretisch 1.100 bis 2.300l zur Verfügung.
    Und nun der Haken an der Grünbeck Programmierung: Du kannst das nicht einstellen (zumindest nicht wenn sich da nichts in jüngster Vergangenheit geändert hat) und wenn Du so um die 200 bis 300l pro Tag verbrauchst, wird die SC21 nur „11“ zur Verfügung stellen, in Deinem Falle also 1.100l
    Es besteht keine Chance das zu erhöhen weil das fest programmiert ist!!! Deshalb meine Warnung vor stark schwankenden Verbräuchen mit den SC Modellen, da muss man genau nachrechnen.

    Solange nicht unter 440l verbraucht werden (40%), regeneriert die Anlage nicht, im schlechtesten Fall hättest Du also 660l für einen Tag übrig. In Deinem Fall sollte das problemlos ausreichen.
    Hast Du aber stark schwankende Verbräuche nach oben, kann die Anlage ggf. auch „hochfahren“ und mehr Kapazität zur Verfügung stellen. Dann müsste man nochmal neu rechnen. BTW: Ich glaube alle 4 Tage wird zwangsregeneriert.

    Wir haben Vor-Ort auch zwei grössere Installateure, die Grünbeck zertifiziert sind. Die bieten aber nicht die Wartung an, kein Interesse. Die leiten das an Grünbeck weiter und da steht dann ein dreistelliger Betrag als Anfahrtpauschale auf der Rechnung. Aber natürlich wohnt und arbeitet der Servicetechniker schon in der näheren Umgebung (hier ist das Wasser hart, entsprechend viele Kunden im Umkreis). Ich finde solch ein Geschäftsgebaren unmöglich und hätte kein Grünbeck gekauft wenn ich nicht auch einen Handwerker vor Ort gefunden hätte, der die normale Wartung macht und faire 28,- Euro brutto für die Anfahrt berechnet. Von daher würde ich da noch einmal gezielt nachfragen.

    Unser Installateuer verbaut auch viel BWT, da macht man sicher auch nichts falsch mit wenn die Anlage passt. Die hat zumindest den Vorteil das man da jede Nacht regenerieren kann und das die Anlage nicht selbst Berechnungen anstellt, die (nur) bei stark schwankenden Wasserbrauch Probleme bereitet.

    Gruß
    André

  3. Mario Jaehde sagt:

    So ich habe nun die sc23 seit 1 Woche. Was ich schön finde sind die Werte des täglichen Wasser Verbrauchs. Was aber sind eco und power … weiterhin haben wir einen Druck minderer von Grünbeck… es kommt uns leider so vor , als würde der Druck in der Dusche weniger sein als vorher … kann ich auf 5 bar umstellen ? Muss ich die sc23 danach neu justieren ?

    • Andre sagt:

      Hi Mario,
      Wenn ich mich recht erinnere geht die SC18/23 bis 8 bar, schaue aber zur Sicherheit mal in die Anleitung. 5bar gehen ganz sicher, wir nutzen 4 oder 5 bar.

      Hinter dem Eco und Powermodus stehen im Grunde genommen zwei mathematische Formeln, anhand derer festgelegt wird, wie häufig regeneriert wird. Wenn Du keine gewaltigen Schwankungen im Verbrauch hast, kannst Du die Anlage im Eco Modus laufen lassen. Wenn es manchmal eng mit der Kapazität wird, solltest Du auf Power umstellen (dann wird mehr Kapazität zur Verfügung gestellt und der Verbrauch steigt etwas).
      Wir hatten das Problem, dass unser Verbrauch extrem schwankend war und zuviele Tage zu wenig Wasser verbraucht wurde, kam es dann am Wochenende zu eienm sehr hohen Verbrauch, reichte die Kapazität nicht mehr. Auch der Powermodus reichte nicht und weil es sich überhaupt nicht manuell einstellen liess, haben wir von der SC18 auf die SC23 gewechselt. Der Salzverbrauch hat sich nahezu verdoppelt aber die Kapazität passt jetzt einigermassen. Ich weiss nicjt ob es mittlerweile eine neue Version gibt, falls nicht ist das die grösste Schwäche der Grünbeck. Es fehlt einfach die Möglichkeit manuell einzugreifen.
      Gruss
      André

  4. Michael sagt:

    Guten Morgen André,

    wir stehen vor der Qual der Wahl.

    Zur Auswahl stehen folgende Anlagen:

    A) Zwei-Säulen Anlage (Kapazität: 2x7m3 x dH) Preis ca. 1800,- EUR
    B) Grünbeck softlic:sc23 (Kapazität: 11 – 23m3 x dH) Preis ca. 1950,- EUR

    Einsatz in einem EFH(2 Erwachsene + 2 Kinder) mit ELW(2 Erwachsene).
    Das EFH ist 4 geschossig (UG – 2.OG)
    Die ELW ist 3 geschossig (UG – 1.OG)

    Die Anlage von mir geliefert und durch einen Sanitärfachmann an die bestehende Leitung montiert.
    Da dieser jedoch keine Gewährleistung übernimmt, erfolgt der Anschluss ans Stromnetz sowie die Inbetriebnahme durch mich.

    Die geringe Preisdifferenz spielt für uns keine Rolle. Es soll die „richtige“ Anlage zum Einsatz kommen. Aufgrund der variablen Kapazität der SC23 Anlage mit 11 – 23m3 x dh, haben wir zwar einen Favoriten, jedoch höre und lese ich viel Gutes über die andere Anlage. Daher möchte ich gerne euren Rat.

    Besten Dank und Gruss
    Michael

    • Andre sagt:

      Moin Michael,

      zunächst: Ich habe aus Deinen Beitrag den Anbieter herausgenommen, da das nicht der erste Kommentar mit dem Anbieter war. Andere waren aber komplett unglaubwürdig, so dass ich die gar nicht erst freigeschaltet hatte weil ich unsereen Blog nicht missbrauchen lassen möchte.

      Auch Dein Beitrag wirkt etwas komisch: Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Eine Zwei-Säulen-Anlage ist halt etwas ganz anderes als eine Ein-Säulen-Anlage. Und ein Sanitärfachmann, der keinen Stecker in die Steckdose stecken will? Alle mir bekannten Anlagen haben einen Stecker und werden nicht direkt angeschlossen. Klar, eine Steckdose muss liegen aber das kann ja auch vorher gemacht werden. Wenn die schon ein Fachmann installiert, dann richtig mit Einrichtung.
      Bei uns in der Region sind Handserker Mangelware und keiner schliesst hier eine fremd gekaufte Anlage an, selbst Wartung wollen die nicht übernehmen.

      Zum Anlagetyp:
      Die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen. Bei einer Ein-Säulen-Anlage muss halt darauf geachtet werden, dass ausreichend Kapazitäten vorhanden sind (Du hast nichts zur Wasserhärte und z7m Verbrauch geschrieben). Vor allem in solch krassen Anwendungen wie mit einem Whirlpool oder großen Badewanne, die nur selten genutzt wird. Oder mehrere Wannen in unterschiedlichen Wohneinheiten.

      Reicht die Kapazität aus, bleibt nur noch der Nachteil des Regenerationszeitpunktes, da zu der Zeit kein entkalktes Wasser zur Verfügung steht.
      Passt das alles, kann man auch eine Ein-Säulen-Anlage „vergessen“. Und ich bleibe bei der These, dass Einsäulenanlage wartungsärmer sind, bei denen nicht so viel Mechanik im Spiel ist, die irgendwann kaputt gehen wird. Dazu muss man nur mal die Wartungspläne und den Aufbau vergleichen. Alle Markenanbieter haben beide Arten im Sortiment.

      Die Grünbeck App ist noch ganz nett wenn die Anlage irgendwo richtig Abseits steht, da die sich dann per App meldet wenn sie z.B. Salz braucht. Da wäre dann aber zu klären ob an der Stelle auch WLAN empfangbar ist, sonst nutzt das auch nichts. Bei uns ist das überflüssig weil wir die Anlage täglich sehen und der Ring leuchtet wenn sie Salz braucht oder etwas haben sollte.

      Wir sind mit unserer Anlage zufrieden, wie wohl auch so ziemlich alle anderen Anwender von Weichwasseranlagen anderen Typs oder Hersteller. Die Kapazität reicht bei uns und die Anlage steht auf 5 Uhr Regeneration, sie ist dann vor dem Aufstehen fertig und zu der Zeit braucht hier garantiert niemand Wasser. Einsäulenanlage passt also sehr gut für uns.

      In Deinem Fall (mit Einliegerwohnung) würde ich vermutlich eher auf Zweisäulen gehen wegen des Regenerationszeitpunktes. Unterschiedliche Mieter mit unterschiedlichen Gewohnheiten, denen es u.U. sch… egal ist wann für ca. 30-60 Minuten kein Wasser gezogen werden sollte.

      Gruss
      André

      • Michael sagt:

        Hallo Andre,

        vielen Dank für deine Antwort.
        Bei Lieferung der Anlage durch den Fachmann, erhöht sich der Anlagenpreis um ca. 500,- EUR.
        Dieses Geld investiere ich für die Anpassung der bestehenden Leitung sowie das integrieren der Anlage in die örtliche Situation.
        Die Wasserhärte beträgt 19,4 dH°. Wir möchten um ca. 15 dH° reduzieren.
        Zum Jahreswasserverbrauch kann ich derzeit leider nichts sagen.
        Ich rechne jedoch mit einem Tagesbedarf pro Person von ca. 100L (mindestens) sowie ca. 250L (Maximum). Zu beachten ist, dass die Kinder nicht wie Erwachsene zu behandeln sind. Deshalb zähle ich beide Kinder als eine Person.
        Somit sind wir 3 Personen + 2 Personen (ELW) = 5 Personen

        Gesamtverbrauch bei 5 Personen:
        Minimum: 500 m3
        Maximum: 1250 m3

        SC23:
        – min. 11m3 / 15dH = 733L
        – max. 23m3 / 15dH = 1533L

        Kannst Du mir bitte sagen, ob man den Regenerationszeitpunkt der SC23 nun manuell festlegen kann?

        Besten Dank und Gruss

        Michael

        • Andre sagt:

          Hi Michael,

          von der Kapazität her ist die Anlage wohl vollkommen ausreichend und Du müsstest Dich da sicher auch nicht großartig drum kümmern. Die Mengen sollten auch so groß sein, dass die oben beschriebene Schwachstelle bei der Bedarfsprognose nicht relevant sein wird. WENN denn keine Whirlpools, Badewannen oder Swimmingpools gefüllt werden müssen 😉

          Den Zeitpunkt der Regeration kann man von der SC23 ermitteln lassen, wie gut das funktioniert und nach welchen Parametern das dann wie festgelegt wird, weiss ich aber nicht. Da müsstest Du mal bei Grünbeck anfragen wie das ermittelt wird. Ich traue „dem Braten“ nicht und möchte auch nicht Gefahr laufen, dass kalkhaltiges Wasser in unseren Warmwassertank der Heizung läuft nur weil wir mal ausserhalb der Gewohnheit Wasser ziehen.

          Wenn die Wanne befüllt werden soll, schauen wir mit der App vorher gerade nach der Kapazität. Sollte die nicht ausreichend sein, wird die Regeneration fix manuell angestossen. Nach ca. 30 Minuten ist die dann bei uns durch. Währenddessen ziehen wir aber kein Wasser (wäre zwar möglich, nur dann wären die Leitungen mit Kalk „kontaminiert“). Da die Wanne bei uns extrem selten genutzt wird, ist das für uns kein Problem. Sollte sie jede Woche genutzt werden, ist der verbrauch konstant hoch und die SC23 hält mehr Kapazitäten bereit, da spielt das dann auch keine Rolle wenn die Gesamtkapazität denn ausreichend ist.

          Je mehr Personen da dran hängen (ganz besonders wenn es „fremde“ Mieter und nicht die eigene Familie ist), desto eher würde ich auf eine Zweisäulenanlage gehen.

          Anfangs haben wir noch regelmässig kontrolliert ob alles passt, mittlerweile braucht aber nichts mehr kontrolliert werden. Nur vor der Wannennutzung wird die App gestartet, weil die SC23 bei uns den Minimalwert von 500m³ bereit hält. Alle 1-2 Tage regeneriert sie dann und dass passt soweit (trotz starker Schwankungen). Werden am ersten Tag nur 160 Liter verbraucht, regeneriert sie nicht und am nächsten Tag wäre dann Wanne befüllen, ein paar Waschladungen durchjagen etc. vielleicht nicht mehr ausreichend und nur dann macht ein kurzer Blick auf die App Sinn. Bei uns wäre eine Zweisäulenanlage großer Blödsinn.

          Gruß
          André

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