Hof- und Gartenplanung – Ideen und Tips

Wir haben uns zum Thema Hof und Gartengestaltung im Vorfelde viel zu wenig Gedanken gemacht, und ich kann nur jedem Bauherren raten, diese schon im Vorfelde zu berücksichtigen, auch wenn dafür „keine“ Zeit ist und ganz besonders, wenn das Grundstück etwas größer ausfällt und es ein Budget gibt. Dabei meine ich nicht nur die nicht unerheblichen Kosten, die da so entstehen können. Auch die Möglichkeiten sind eingeschränkt, wenn plötzlich ein Bagger nicht mehr am Haus vorbeikommen sollte oder, so wie bei uns, wenn Betonsplitt für eine ordentliche Zuwegung für den Umzug zu großzügig an Stellen verteilt wird, an denen später Pflanzen stehen sollen. Wäre das gleich klar gewesen, hätte man auch beim Ausbringen darauf achten können.

Im Nachhinein ist es auch ärgerlich, dass wir nicht mehr darauf geachtet haben, was so in der Bauphase ums Haus herum passiert ist. Der Tiefbauer hat bei der Erstellung der Bodenplatte weitläufig (speziell neben der Terrasse) ordentlich verdichtet und etwas zu weitläufig Kies eingebracht. Ordentlich verdichtet bedeutet aber auch, dass Wasser nicht gut versickern kann und dass dies aufgelockert werden muss. Schlechter Boden muss ggf. ausgetauscht werden und Baureste wie Beton müssen aus der Erde gepult werden, wenn da nicht nur eine dünne Deckschicht Mutterboden für Rasen drauf kommt.

 

Erste Ideen

Wir hatten zunächst grob besprochen, es mehr oder weniger wild zu lassen, viele heimische Büsche und Gräser zu verwenden und 2-3x pro Jahr mit der Sense durchzugehen. Aber Claudia war das dann doch zu „gewagt“ und es sollte doch etwas gepflegter und „spießig“ werden 😉

Auch hatten wir angedacht, keinen Weg für Autos zum Haus anzulegen und die letzten 20m zu Fuß zum Haus zu gehen. Aber was macht man dann mit einer großen Hoffläche, die nicht wild aussehen darf und bei der man nicht etliche Stunden pro Woche in die Pflege investieren möchte? Es musste also eine Lösung her, die viel Platz einnimmt und nicht so arbeitsintensiv ist.

Die Planung

Da unsere Baustraße in einer großen Rundung vor das Haus geführt wurde, kam uns die Idee, diese als Grundlage für einen Weg zu nutzen und sie so zu verlängern, dass man einmal im Kreis fahren kann. Es sollte vorne ein maritimer Stil mit Dünen und Strandhafer werden, der sehr gut sowohl zum Haus als auch zu unserer Region passt.

Wir haben uns professionelle Hilfe für die Planung geholt, die uns mit guten Begründungen von einigen nicht ganz so guten Ideen abgebracht hat. So sah die erste Skizze aus.

Der hintere Bereich war deutlich einfacher: Viel Rasenfläche, die von einem Beet-Streifen eingesäumt wird. Der Rasen wird automatisch durch einen Mähroboter namens Dolly kurz gehalten und die Beete bekommen Rindenmulch bzw. Hackschnitzel.

Kosten

Es ist unglaublich, wieviel Geld man in Außenanlagen, vor allem für Pflasterarbeiten, in die Hand nehmen muss! In vielen Ratgebern und Baublogs wird als grober Richtwert 10% von der Summe des Hauses genannt, die man im Budget berücksichtigen soll. Das ist vermutlich ein grober Wert für teure Häuser auf ganz kleinen Grundstücken. Ich kann diesen Richtwert nur schwer nachvollziehen und kann wieder nur raten, das vorher ordentlich zu planen, ganz besonders, wenn das Budget knapp ist. Wer eine schick gepflasterte Hoffläche wünscht, womöglich noch mit einem schicken Stein und mehr als vielleicht 20-40m² Fläche, mit denen man auf einem kleinen Grundstück im Neubaugebiet vielleicht hinkommen könnte, sollte sich allein dafür auf einen hohen vierstelligen oder gar fünfstelligen Betrag einstellen. Bei uns wären es nur für den vorderen Einfahrtsbereich und einer kleinen Fläche zum Parken deutlich über 10.000,- Euro geworden, 20.000,- Euro hätte man mit einem hübschen Stein auch problemlos ausgeben können. Da das viele Regenwasser bei der ca. 5% Steigung einer versiegelten Einfahrt ungünstig abläuft und vor allem auch wegen der Kosten, haben wir uns für einen scharfkantigen Granit-Splitt in 8-16 Körnung entschieden. Hübscheren hätte es auch noch gegeben, nur wäre der dann schnell doppelt so teuer geworden.

Grundsätzlich ist Splitt eine sehr preiswerte und IMHO hübsche Alternative, die nur im Winter bei der Schneeräumung einen Nachteil hat (im Herbst mit Laub soll es kein Problem geben). Sollten wir mal wieder einen Winter mit viel Schnee bekommen, werde ich das hier updaten und ggf. davon abraten, auch werde ich zum Thema Laub noch etwas schreiben (wir haben ja reichlich Baumbestand).

Für uns war eine komplette Pflasterung der knapp 500m² allein schon wegen der immensen Kosten, die auch bei einem hässlichen Stein entstanden wären, keine Option.

Wir hatten einen Verbrauch von etwas über 30 Tonnen bei 5cm Dicke, deutlich weniger als zuvor von den Fachleuten veranschlagt. Im Nachhinein hätten wir vielleicht auch einen etwas dunkleren und mindestens doppelt so teuren Basaltsplitt genommen. Unser Granitsplitt gefällt uns aber auch sehr, ganz besonders wenn er feucht ist.